Die Baumaßnahmen der Eisenbahnstrecken von Finnentrop - Eslohe - Wennemen und das Teilstück von Wenholthausen nach Fredeburg wurden im Jahre 1911 abgeschlossen und unter großem Jubel und allgemeiner Zustimmung der Bevölkerung eröffnet und für den Zugverkehr freigegeben. An diese denkwürdigen Ereignisse, die nicht nur Einschnitte in unsere Landschaft sondern auch für Handel und Wandel hierzulande bedeuteten, erinnerte der Museumsverein Eslohe e.V. im Jahr 2011, einhundert Jahre danach, durch die Sonderausstellung "Abfahrt 1911".
Mehrere Aktionen fanden wegen diesem Ereignis in diesem Jubiläumsjahr im "Dampf-Land-Leute-Museum Eslohe" statt. Doch von einem Jubiläum konnte eigentlich nicht gesprochen werden, denn die Bahnlinien hatten längst ihr Dasein beendet. Es galt somit nicht zu feiern, vielmehr an eine vergangene Ära zu erinnern.
Zu diesem Anlass hat der Museumsverein zehn Autoren gewonnen, darunter auch mich, die ihre Beiträge zu einem lesenswerten, 200seitigen Buch zusammengefügt haben. Die umfangreichen Recherchen rund um das Thema Eisenbahn in der Gemeinde und die vom Museumsverein als Herausgeber geleistete Arbeit waren erfolgreich. Mit dem gleichnamigen Titel des Buches "Abfahrt 1911" wird der interessierte Leser auf eine erbauliche Zeitreise mit der Eisenbahn durch das Sauerland geschickt. Das Buch ist nicht nur für geschichtlich interessierte Leser, auch für die große Zahl von Eisenbahn-Enthusiasten lesens- und empfehlungswert.
Leider sind heute nur noch wenige Spuren der damaligen Eisenbahnstrecke zu sehen. Dazu gehört auch die Fischbauchbrücke über den Wenne - Fluß. An dieser nagt der Zahn der Zeit unübersehbar. Ihr Schicksal ist scheinbar besiegelt. Siehe dazu Bild und Text.
Dieser Aufsatz wird von mir im PDF-Dateiformat zum Download und Ausdruck zur Verfügung gestellt. Eine Veröffentlichung bzw. Weitergabe an Dritte und/ oder Verwendung zu gewerblichen Zwecken ist nur nach ausdrücklicher Genehmigung des Urhebers erlaubt:
(C) Wilhelm Feldmann
Hinweis:
Die erste Auflage des Buches "Abfahrt 1911" ist vergriffen! Leider ist nicht beabsichtigt, einen zweiten Druck in den Handel zu bringen. Schon jetzt ist es unter Eisenbahn-Fans eine begehrte Schrift die in den einschlägigen Foren zum überhöhten Preis gehandelt wird.
Im DampfLandLeute- Museum in Eslohe war vom 16.05. bis 30.06.2025 eine Ausstellung zu sehen von Bildern und Karikaturen aus der Zeit, als die Eisenbahn noch in den Kinderschuhen steckte.
Die gezeigten Exponate stammen überwiegend aus französischen Zeitungen. Sie regen zum Schmunzeln an, weil sie aus heutiger Sicht eine eher naive Sicht auf die "Errungenschaft" Eisenbahn zeigen.
Für die Menschen damals standen die überspitzten Darstellungen für die Skepsis gegenüber dem neuen Fortbewegungsmittel, sei es aus technischer Sicht, sei es aus menschlicher Sicht. So wurde es in einem Flyer zur Ausstellung beschrieben. Die großen Erfindungen dieser Zeit, wie Dampfmaschinen und die Eisenbahn sorgten für Fortschritt und Mobilität für alle, machten den Menschen aber gleichzeitig auch große Angst. Für die meisten Leute waren diese Neuerungen mit ihrer Kenntnis des Alltags und der Welt nicht zu verstehen.
Neben den Karikaturen waren auch zeitgenössische Zeichnungen von Dampfwagen und Eisenbahnen zu sehen, so wie die hier dargestellte lebendige und farbenfrohe Zeichnung aus der Frühzeit der Dampftechnik im 19. Jahrhundert. Die Ausstellung wurde von Dr. Dieter Ante aus Winterberg mit dem DampfLandLeute-Museum präsentiert und fand Beachtung bei den Museumsbesuchern.
