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(C) Wilhelm Feldmann
Rein Garnichts lässt sich mehr schließen auf die Anfänge dieses Gutes in Niedereslohe, der heute als Ferienhof der Familie Meier geführt wird. Deren Hofgeschichte ist verbunden mit dem Namen der Familie „Engelhard“. Diese brachte Persönlichkeiten hervor, die über einen Zeitabschnitt von weit mehr als zwei Jahrhunderten die Geschicke der Ur-Gemeinde Eslohe mitlenkten. Die Existenz der wohl ältesten Hammerstätte der Gemeinde war einst der Grund, warum sich die Engelhards, von Olpe kommend, in Niedereslohe niederließen.
Für den Chronisten ist das Anlass genug, sich tief in das 15. Jahrhundert zu begeben, denn da und vielleicht schon früher, wurde unter Nutzung der Wasserkraft des Salwey-Baches, dem sog. „Kirchenwasser“ (01), der Niederesloher Kupferhammer betrieben. Bleiben die Kenntnisse über dessen Anfänge im Dunkeln, so gilt als gesicherter Beweis über ihren Bestand eine Urkunde aus dem Jahr 1497, welche die heutige „Kupferstraße“ in Eslohe bereits als „Kopperstrate“ benennt.
Die „Schütten“, Kupferschläger und Kötter in Niedereslohe

Als Besitzer des Kupferhammers wird im Jahre 1536 eine Familie Schütten genannt. „Kupferschmied Johann Schütte, Niedereslohe, besitzt 3 Kotten und 1 Kupferhammer“, so steht es geschrieben (02). Das beweist, dass er nicht nur Kupferschläger, auch Ackersmann war. 1536 wird dieser in der Schatzung zudem als „Richter“ genannt.
Bei der Schatzung im Jahre 1565 zahlte Dirich (Dietrich) „nunc“ (= jetzt) Johan Schutte 1 Gulden Schatzung.
Mit Kontrakt vom 23.10.1595 verkauften Thonies Nurk und seine Ehefrau Catharina aus Sallinghausen dem „ehrbaren und frommen Meister Joan Schütten, „Kupferschmitt zu Niederen Eslo und Catharina, seiner ehelichen Hausfrau, ihr freies, erbeigenes Eichengehölz und Gehegte am Estenberge, zwischen der Marke gelegen und vorhaupt an des Schulten zu Sallinghausen Gehölz stoßend“. Generationen später, annähernd zweihundert Jahre danach, am 13.02.1782, konnte Johan Jürgen Nurk „den Hagen am Estenberge für 30 Reichstaler“ von Ferdinand Schütte wiedererlangen (03).
Im Jahre 1600 wurde zur Steuerschatzung berichtet, dass der Kupferschmied Hermann Schutte folgenden Besitz hatte:
Den Kupferhammer, dazu ein wüstes kleines Köttergut, gnt. "Dieckmansgut", eine kleine Kötterstätte, worauf er wohnte, dazu eine wüste Kötterstätte und Hof vor seinem Haus, der „Dornhoff“ genannt wurde und den er von den v. Esleven, als Lehen des Hauses Wenne erworben hatte. 1600 zahlte Hermann 1 Gulden und 1 Ort (= ¼ Gulden) Schatzung.
Ist der Name "Schütte" ein Hinweis auf ihr Handwerk?
Ob der Name „Schütte“ oder „Schütten“ seinen Ursprung aus dem Broterwerb seiner Namensträger hat, ist nicht eindeutig. Im Mittelalter bedeutete der Name eher auf einen bewaffneten Schützen oder Wächter hin. Aber die „Schütte“ als aufgeschüttetes Lager oder einer Hütte lässt regional auf einen Zusammenhang mit dem Bergbau schließen, da das Sauerland historisch gesehen ein Bergbau- und Montanraum war, in dem Eisen, Blei, Silber und Kupfer abgebaut und verarbeitet wurde.
Dass der Familienname „Schütte(n)“ nicht ausschließlich mit dem Niederesloher Kupferhammer verbunden ist, beweist die Familiengeschichte des gleichnamigen Landhotels Schütte in Oberkirchen. Die dokumentiert, dass ein Johann Hermann Schütte im 18. Jahrhundert einen Eisenhammer an der Lenne betrieb. Ist es Zufall oder ein starker Hinweis, dass die „Schütte-Familien“ ihre Namensprägung aus ihrem beruflichen Metier erhielten, vielleicht auch verwandtschaftlich miteinander verbunden waren?
Der Kupferschläger Arnold Freisen

Durch Eheschließung am 08.02.1615 mit der Tochter Anna Schütten in Niedereslohe heiratete der Kupferschläger Arnold (auch Arndt) Freisen aus Lippstadt „in Gegenwart aller Nachbarn in Niedereslohe und auch Verwandten beider Seiten und anderen ehrenwerten Männern“ (04) in die Familie Schütten ein.
Einige Tage danach, am 25. Februar 1615, erbittet der Kupferschmied Arent Freise seinen Lehnbrief, dass er „mit dem „Dornhofe“, einem Garten und etlichen Ländereien daselbst gelegen“, sich belehnen lasse (05).
Am 22.02.1626 ist Arndt Freisen gnt. Schütten mit Herman Storman, beide zu „Nidern Esleve“, Zeuge eines Vertrages, den der Schwiegersohn des Kupferschmiedes, der Esloher Notar und Gerichtsschreiber Simon Pape aufgesetzt hatte. Hermann Schulte zu Sallinghausen hatte sich eine Geldsumme beim Esloher Pastor Theodorus Bertoldi (06) geliehen.
Um 1650 geht der Dornhof von Arnold Freisen auf die mit ihm verwandte Familie Hunoldt über. 1678 trägt Ludwig Hunoldt zu Niedereslohe den Dornhof zu Lehen. Der neue Besitzer stirbt am 26.09.1701. Später, 1764/65, wurde im Schatzungsregister vermerkt: „Schütte, ein ½ span, gibt über 1 rt (Reichstaler) Schatzung, 0/24 dessen frau 0/12 ein beywohnerin, so taglohnert, 0/16, ein ledige weibsperson 0/12“.
Im Jahre 1785 wird Schütte als Kötter benannt und 1799 Johann Dietrich Schütte mit dem Dornhof in Eslohe belehnt. Ein Bezug zur einstigen Kupferschläger-Familie besteht noch: Johann Poggel, geb. am 10.05.1830 auf dem Poggel-Hof in Niedereslohe, war von Beruf Sattler und begründete in Niedereslohe die Familie Poggel gnt. Schütte.
Eheliche Verbindungen waren dem Geschäft zuträglich
Nach dem frühen Tod seiner Ehefrau Anna, geb. Schütten, ging der Kupferschläger Arnold Freisen erneut eine Ehe ein. Er heiratete die Anna Lipps aus Endorf.
Eine Tochter, vermutlich aus dieser zweiten Ehe des Vaters, war Elisabeth Freisen gnt. Schütten (geboren im Januar 1623, gest. am 25.10.1685). Sie heiratete am 17. Juni 1647 in Olpe den Heinrich Engelhard (dort geboren um 1622, gest. in Niedereslohe am 02.11.1694). Diese Eheschließung ist den geschäftlichen Verbindungen des Braut-Vaters zuzuschreiben, da dieser sich an Kupferbergwerken in Olpe und Umgegend beteiligt hatte. Dienlich bei den Geschäften des Arnold Freisen war Caspar Engelhard aus Olpe, der dort als Kurfürstlicher Bergmeister tätig war. Auch wird er als Bürgermeister und Kirchmeister in Olpe genannt. Eine Beteiligung der Engelhards am Kupferbergbau „Alten Rhonard“ bei Olpe ist überliefert (07). Eine private Verbindung der Familien Freisen und Engelhard war ihren Geschäften nicht hinderlich. Für Arnold Freisen wurde Heinrich Engelhard ein geschätzter Schwiegersohn.
Niedereslohe als neuer Wirkungsort

Der kurfürstliche Bergmeister Caspar Engelhard siedelte um 1655 mit Sohn Heinrich und Schwiegertochter Anna, geb. Freisen, und dem um 1649 geborenen Enkelkind Wilhelm nach Niedereslohe um. Seine ältesten Söhne Franz, Heinrich und Friedrich blieben in Olpe.
Caspar Engelhard starb in Niedereslohe im Jahre 1668.
Eine Tochter aus der ersten Ehe des Kupferschlägers Arnold Freisen, Anna Freisen gnt. Schütten, heiratete am 12.10.1625 und wurde die Ehefrau des Gerichtsschreibers Simon Pape aus Niedermarpe, Sohn des Hermann Pape und Catharina von Plettenberg. Das Paar hatte Geldsorgen. Deshalb wurde der Vater Arnold Freisen um Hilfe gebeten, was dieser auch tat. Das „geborgte Geld“ konnte nicht zurückgezahlt werden und wurde zur Schuld der Erben:
Der Sohn Eberhard Pape und seine Frau Catharina bekennen 1672, dass sie „ihrem lieben Großvater“ Arnold Freisen 60 Thaler schuldig seinen, welche dieser ihrer Mutter „theils in ihren Nöthen, theils auf bittliches Gesuch“ geliehen habe.
Der Kupferschläger Arnold Freisen starb hochbetagt am 16.03.1676 und hatte offensichtlich seinem Enkel die geerbte Schuld nicht erlassen.
Niedereslohe: Generation I [Heinrich Engelhard & Elisabeth Freisen]
Es war Heinrich Engelhard, Sohn des 1668 verstorbenen Kurfürstlichen Bergmeisters und Ehemann der Elisabeth Freisen, der als Vormund am 18. Januar 1679 auf diese Schuld Klage, also Anspruch erhob (08). Er wurde in diesem Zusammenhang mit „Bürgermeister Engelhard in Niedereslohe“ betitelt, ebenso wie im Schatzungsregister des Jahres 1685: „Bürgermeister Engellhardt 5 Rtlr., seine Frau 2 Rtlr. 18 gr, der Sohn Caspar allß Knecht 1 Rtlr., Noch 1 Sohn als Knecht 1 Rtlr., 1 Knecht des Handwerckes 1 Rtlr. 9 gr, 1 Ackerknecht 1 Rtlr., 1 Pferdejunge 4 gr, zwey Mägdte 8 gr, 1 Kühemetchen 2 gr“ (09). Die Steuererhebung 1685 lässt darauf schließen, dass Heinrich Engelhard vermögend und er selbst noch im Besitz dessen war. Seine Söhne, auch der zukünftige Erbe Caspar, waren seine Bedienstete.
"Vosses Gut zu Nider Esleve"

Im Pfarrarchiv zu Eslohe fand sich eine Urkunde, die auf den 14. August 1644 datiert ist (10). Sie gibt Auskunft darüber, dass nach dem Tod des Mauritz Voß zu Niedereslohe seine Güter von den Eheleuten Johan und Anna Schmidt zu Eslohe gekauft wurden, indem sie die Schulden von 34 Goldgulden übernehmen, die der Verstorbene von der Vikarie in Eslohe geliehen hatte und schuldig geblieben war. Zum Pfand, also Sicherheit, war die „große Erbwiese in der Marpe bei Vosses zu Kuckelheim großer Wiese“. Daraus kann geschlossen werden, dass Mauritz Voß ein Abkömmling von Voß in Kückelheim war und in Niedereslohe sesshaft wurde. Sein Kotten, als „Vosses Gut zu Nider Esleve“ bezeichnet, wurde nach seinem Tode verkauft.
Den größten Teil des Gutes hatte wohl der vermögende Kupferschmied Arnold Freisen erworben, da im Jahre 1666 Heinrich Engelhard von seinem Schwiegervater „auf Ableben“ den Kupferhammer in Niedereslohe und „das Vosses Gut nebst Mühle“ übernommen hatte. Das ehemalige „Vosses Gut“ ist deshalb als Ursprung des heutigen Hofes der Familie Meier zu betrachten.
Wegen des „Hammergrabens“ musste Heinrich Engelhard 1686 einen Prozess mit dem Nachbarn Poggel führen. In der Verhandlung bezeugt am 7. September 1686 Antonius Becker, der von 1673 bis 1685 Vikar in Eslohe war, dass er es irgendwo gelesen und auch von seinem Vater gehört habe, dass der Graben auf Markgerechtigkeit liege (11).
Aus seiner Ehe mit Elisabeth Freisen entstammen acht Kinder, davon mindestens drei Söhne: Der älteste Sohn Wilhelm, welcher noch in Olpe geboren war und zwei weitere im Schatzungsregister erwähnte, die in Niedereslohe das Licht der Welt erblickt hatten: Johann Kaspar Engelhard, der um 1660 geboren und später Erbe seines Vaters wurde und ein weiterer, wohl jüngerer Sohn, dessen Dasein in den Esloher Kirchenbüchern jedoch nicht vermerkt ist.
Eslohe: Generation II [Wilhelm Engelhard & Elisabeth Wesemann]

Der ältere Sohn Wilhelm Engelhard war um 1649 in Olpe geboren (gestorben am 28.04.1740), wurde aber nicht Nachfolger seines Vaters und hatte offensichtlich seine Wohnstätte in Eslohe, nicht in Niedereslohe, das damals noch als eigenständiges Dorf gesehen wurde. Bestätigt wird das durch eine historisch nachgewiesene Information, die im Band I der „Beiträge zur Geschichte der Esloher Juden“ erschien (12).
Danach hatte im Jahr 1700 Wilhelm Engelhard „in seinem nahe der Esloher Kirche gelegenen Haus“ einen aus Mainz kommenden Juden aufgenommen. Das missfiel jedoch dem Esloher Pastor (Johannes Selmann, Pfarrer von 1690 – 1716). Kein Geringerer wie der Kölner Generalvikar wies Engelhard unter empfindlicher Strafandrohung an, seinen jüdischen Hausgenossen wieder vor die Tür zu setzen.
Auch nach dem Capitations-Schatzregister des Jahres 1685 war die Familie Wilhelm und Elisabeth Engelhard in Eslohe ansässig: „Wilhelm Engelhardt, „ob inopiam“ (= weil Not) 12 gr, deßen Frau 6 gr / Ludtwig Wesseman, Schulmeister 18 gr / Adam Dietherich Wesemn, halten sich beyde bey Wilhelm Engelhardt auff 6 gr“
Wilhelm Engelhard heiratete in erster Ehe die Elisabeth Wesemann (Wiesemann), die in Hengsbeck am 28.10.1650 geboren und aufgewachsen war. Die Ehe wurde in Eslohe am 27.07.1677 geschlossen.
Aus dieser Verbindung sind folgende Kinder hervorgegangen:
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1 |
Hermann Dietrich Engelhard |
*13.09.1678 + um 1720 |
Paten: Hermann Pape und Elisabeth Engelhard |
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2 |
Johann Philipp Engelhard |
*22.12.1680 |
Paten: Philipp Schulte und Maria Dinckers |
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3 |
Anna Eva Maria Engelhard |
*18.10.1682
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Paten: Anton Bekermans und Eva Heite Heiratete am 09.02.1706 den Bernhard Schröder aus Ostentrop |
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4 |
Johanna Juliana Engelhard |
*11.01.1685 |
Paten: Theodor Adam Weseman und Johanna Becker Heiratete den Stadtschreiber Rudolf Englert zu Eibelstadt (Franken); ein Sohn Josef war Stadtgerichtsassessor in Würzburg |
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5 |
Anna Barbara Engelhard „statim obiit“ (= sofort gestorben) |
*08.10.1690 +08.10.1690 |
Paten: Johann Selman, Pastor Eslovensis und Virgina Anna Hencken Warstein (?) |
Nach dem Tode seiner Frau Elisabeth Wesemann ging Wilhelm Engelhard am 01.05.1695 mit Anna Schulte aus Eslohe (hier geboren um 1650) eine zweite Ehe ein. Aus dieser gingen keine Kinder hervor.
Niedereslohe: Generation II [Johann Kaspar Engelhard und Apollonia Mönig]
Nach dem Tod des Vaters am 02.11.1694 erbte der zweite Sohn Johann Kaspar Engelhard sein Vermögen, Hof und Kupferhammer in Niedereslohe. Dieser ehelichte am 20.07.1683 in Eslohe die aus Schmallenberg stammende Apollonia Mönig, dort um 1660 geboren.
Aus dieser Ehe gingen nachfolgend aufgeführte Kinder hervor:
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1 |
Anna Maria Engelhard |
*um 1684 +14.01.1713 |
Heirat am 09.10.1707 in Eslohe den Hermann Dietrich Schulte (* Hengsbeck 29.01.1673 Eltern: Hans und Christina Marg. Schulte, geb. Vollmars) |
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2 |
Johann Wilhelm Engelhard |
*09.09.1684 +07.10.1684 |
Paten: Johann Wilhelm Schmied ex Olpe und Gertrud Monich (= Mönig) |
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3 |
Franz Heinrich Engelhard - Hoferbe - |
*07.09.1685 +22.08.1741 |
Paten: Franz Heinrich Engelhard und Anna Maria Keves |
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4 |
Arnold Wilhelm Engelhard -Kaufmann in Paderborn- |
*20.03.1686 +23.04.1761 |
Paten: Arnold Liessen und Johanna Rath ex Schmallenberg |
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5 |
Johann Theodor Engelhard |
*21.02.1691 |
Paten: Theodor Jürgen Mönninghoff und Anna Maria Engelhard |
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6 |
Eva Catharina Engelhard |
*17.04.1692 |
Paten: Röttger Mönig, Schmallenberg und Eva Catharina Schmidt |
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7 |
Johann Wilhelm Engelhard, -Pfarrer in Ovenhausen u.Thülen- (13) |
*05.04.1694 + 1732 |
Paten: Johann Wilhelm Stiesberg, Olpe und Elisabeth Voss |
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8 |
Johann Heinrich Theodor Engelhard |
*08.02.1697 +22.08.1740 |
Paten: Johann Berken (?) und Anna Elisabeth Koch, Marpe |
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9 |
Anna Elisabeth Engelhard - Nonne - |
*31.12.1699 |
Paten: Johann Kaucke ex Wormecke und Elisabeth Selman |
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10 |
Maria Elisabeth Engelhard - als Kind gestorben? - |
*30.01.1703 |
Paten: Heinrich Voss und Elisabeth Brecke (?) |
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11 |
Johann Caspar Engelhard |
*21.06.1705 |
Paten: Caspar Kram und Johanns Gastman vidua Halman Lebte in Geseke |
Der Vater Johann Kaspar Engelhard starb am 17.04.1725.
Niedereslohe: Generation III [Franz Heinrich Engelhard & Maria Elisabeth Rath]
Die Erbschaft übernahm nach dem Tode seines Vaters der Sohn Franz Heinrich Engelhard (geb. in Niedereslohe am 07.09.1685). Aus dessen Ehe, die am 17.10.1712 in der Pfarrkirche St. Peter und Paul zu Eslohe mit der um 1690 in Oedingen geborenen Maria Elisabeth Rath geschlossen wurde, gingen folgende Kinder hervor:
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Johann Wilhelm Engelhard |
*06.01.1713 +14.02.1777 |
Er war Pfarrer in Reiste. |
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2 |
Maria Elisabeth Engelhard |
*26.02.1716 |
Paten: Hermann Schulte u. Maria Elisabeth Rath uxor (= Gattin) Engelhard Heiratete 05.02.1739 in Eslohe den Timoteus Koch (oder Kock) (Trauzeugen: Ludwig Tillmann und Anton Poggel) Lebten später in Emsdetten |
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Johann Caspar Engelhard - Hoferbe und scabinus (= Schöffe oder Ratsherr) |
*17.05.1718 +27.06.1793 |
Paten: Johann Caspar Engelhard u. Anna Ursula Pape |
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4 |
Catharina Margaretha Engelhard |
*22.08.1720 +29.09.1799 |
Paten: Franz Ludwig Pape u. Catharina Maria Vogt |
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5 |
Johann Adolf Engelhard |
*13.06.1723 +19.03.1748 |
Paten: Johann Adolph Höynck, Judex (= Richter) in Eslohe u. N. Mönich |
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6 |
Johann Franz Caspar Engelhard |
*02.03.1726 |
Paten: Johann Franz Rath und N. Mönich Lebten später in Rüthen |
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7 |
Anna Margarethe Elisabeth Engelhard |
*03.05.1729 |
Paten: N. Vogt, Pastor in Körbecke und N. Kleinsorge, uxor (= Gattin) Papen in Warstein (?) |
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8 |
Anton Eberhard Engelhard |
*10.08.1731 |
Paten: Heinrich Everdes, Primissarius (14) und Catharina Esleben |
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9 |
Johann Franz Wilhelm Engelhard
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*12.01.1734 +29.09.1799 |
Paten: Johann Wilhelm Engelhard, Einsasse in Olpe, Anton Becker und Anna Elisabeth Koch vidua (= Witwe) Heiratete 11.12.1759 in Reiste die Anna Elisabeth Baust aus Beisinghausen, dann in 2. Ehe am 16.09.1790 in Reiste die Maria Catharina Bastert aus Büenfeld |
Der Vater Franz Heinrich Engelhard starb am 22.08.1741.

Niedereslohe: Generation IV [Johann Caspar Engelhard & Maria Catharina Kallenstein]
Das älteste Kind, der Sohn Johann Wilhelm, wurde Pastor in Reiste. Sein Neffe, der in Niedereslohe geborene Franz Heinrich Engelhard war über lange Jahre Vikar in der Pfarrgemeinde Eslohe. Joh. Dornseiffer schrieb: „Beide hatten vor, ihre Stellen miteinander zu vertauschen, woraus aber nichts geworden ist.“ (15) In seinem Testament, welches Pastor Engelhard am 8. August 1775 in Reiste unterzeichnete, vermachte dieser u.a. seinem Verwandten, dem Vikar in Eslohe Franz Heinrich Engelhard alle seine Bücher. Dieser, sein Neffe, sollte neben dem Esloher Pastor Philipp Wilhelm Enst Exekutor, also Vollstrecker seines letzten Willens sein (16). Pfarrer Engelhard starb am 14.02.1777 in Reiste.
Erbe des Hofes in Niedereslohe wurde Johann Caspar Engelhard. Er heiratete am 09.02.1750 in der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Schönholthausen (17) die Maria Catharina Kallenstein (gest. in Niedereslohe am 29.09.1799). Sie wurde am 20.06.1732 in Schönholthausen geboren als Tochter der Eheleute Philipp Kallenstein und Anna Gertrude Korte.
Aus dieser Ehe gingen nachfolgende Kinder hervor:
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1 |
Franz Heinrich Engelhard -Vikar in Eslohe- |
*17.09.1750 +08.12.1829 |
Paten: Johann Franz Rath ex (= aus) Oedingen |
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2 |
Maria Juliana Ursula Engelhard |
*14.10.1753 +13.12.1807 |
Paten: Johann Christoph Grothof und Maria Juliana Halmann sive (= oder) Neuff Heiratete am 04.02.1775 in Eslohe den Jodokus Beckmann gt. Schneider aus Schönholthausen (*03.03.1743 +19.06.1797) |
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3 |
Johann Franz Wilhelm Engelhard - Hoferbe- |
*11.01.1756 +19.05.1802 |
Paten: Franz Heinrich Hengesbach und Anna Catharina Rischen sive Wiethoff |
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4 |
Maria Theresia Engelhard |
*22.10.1758 +18.07.1821 |
Paten: Maximilian Halmann, judex (= Richter) in Oedingen und Maria Elisabeth Pape Höynck Heiratete am 31.07.1783 in Eslohe den Johann Hermann Hoffmann (*22.01.1760 +04.02.1822) |
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5 |
Anna Maria Elisabeth Engelhard |
*01.10.1761 |
Paten: Hermann Theodor Poggel und Maria Elisabeth Engelhard |
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6 |
Ferdinande Maria Franziska Engelhard |
*12.02.1765 + 1765 |
Paten: Ferdinand Christian Höynck, judex (= Richter) in Eslohe |
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7 |
Franz Joseph Engelhard |
*01.01.1766 + 1766 |
Paten: Anton Stöffer custos (= Wächter oder Aufseher) |
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8 |
Johann Franz Engelhard |
*06.01.1768 +16.04.1811 |
Paten: Franz Wilhelm Engelhard sive Baust und Maria Catharina Custodi Verheiratet am 11.02.1800 mit Anna Elisabeth Petermann, Nichtinghausen |
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9 |
Franz Arnold Engelhard |
*15.04.1772 |
Paten: Abbas Norbertus Engelhard in Wedinghausen praecox (=frühzeitig) Arnsberg und Anna Elisabeth Bitter ex Fretter |
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10 |
Maria Franziska Rudolphina Engelhard |
*27.05.1775 |
Paten: Johann Rudolph Ennst (18), primissarius (11) und Franziska Höynck |
In der Konzessionsurkunde für dem Hammer in Sieperting vom 14. März 1747 wird der Engelhardsche Hammer erwähnt. 1764 wurde der Hammer noch als Kupferhammer betrieben, 1804 dann als Rohstahlhammer mit zwei Feuern. Die Vorkommen an Kupfer waren so gering, dass ein Abbau und damit eine Weiterverarbeitung nicht mehr rentabel und wirtschaftlich sinnvoll war. Die Umstellung dürfte dem mit der Verfeinerung von Rohkupfer vertrauten Kupferschmied nicht allzu schwergefallen sein (19).
Niedereslohe: Generation V [Johann Franz Wilhelm Engelhard & Maria Elisabeth Sommer]
Der älteste Sohn Franz Heinrich Engelhard entschied sich zum Priesteramt. Als in Eslohe der Vikar Johann Philipp Röingh im Februar 1774 verstorben war, wurde die Vikarie-Stelle vakant. Nach einer Stiftungsurkunde aus dem Jahre 1468 und nach Vorschlag des Freiherrn von Weichs zur Wenne wählte das Kirchspiel einstimmig den hiesigen, 23 Jahre jungen Franz Henrich Engelhard, „der bereits die erste Tonsur erhielt“, sich im dritten Studienjahr der Theologie befindet und binnen Jahresfrist die Priesterweihe erhalten würde, zum neuen Vikar in Eslohe (20).
Dornseiffer berichtete: „Er war unter vier Pastören hier Vikar. Er starb am 9. Dezember 1829. Im Sterbebuche heißt es: „Franciscus Henricus, Herr Vicarius Engelhard, war zu Eslohe Vicar seit 54 Jahren. Alter: 78 Jahre, 3 Monate und 25 Tage. Er starb abends um 8 Uhr am Schleimfieber, war nur 8 Tage krank und früherhin sehr wohl, - nie bedeutend krank. Er liegt ohnweit der Kirchenthür zu Südseite hin.“
Sein Nachfolger wurde der Esloher Johann Ferdinand Georg Stöwer. (21)
Der zweiälteste Sohn Johann Franz Wilhelm Engelhard erbte den elterlichen Hof. Er ging am 29.07.1794 in Eslohe die Ehe mit Maria Elisabeth Sommer ein. Sie war geboren am 03.03.1762 in Oberhundem als Tochter der Eheleute Johannes Jodokus Sommer und Ida Magdalena Funke.
Aus dieser Ehe gingen folgende Kinder hervor:
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1 |
Johann Franz Emericus Engelhard -Hoferbe: „Ackersmann, Müller, Gewerker (22) “- |
*31.05.1795 +09.10.1865 |
Paten: Johannes Emericus Sommer und Maria Elisabeth Reuther ex Schöndelt |
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2 |
Maximilian Franz Heinrich Engelhard |
*29.12.1796 |
Paten: Franz Wilhelm Engelhard condictus Baust und Maria Theresia Peitz condicta (= zukünftige) Poggel |
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3 |
Franz Ferdinand Engelhard
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*21.10.1798 +13.03.1876 |
Paten: Ferdinand Christian Höynck judex und Helena Peitz ex Hengespe - Vikar in Schönholthausen - |
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4 |
Maria Theresia Engelhard
Andere Quelle sagt: verh. mit Stadtsekretär Josef Laymann zu Attendorn (?) |
*30.04.1801 |
Paten: Johann Hermann Wiethoff ex Husen und Maria Margaretha Störmann ex Niedereslohe Heiratete am 11.06.1822 in Eslohe den Franz Anton Schulte, Hausbesitzer in Altenhof: 10 Kinder hat sie dort geboren. |
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5 |
Franz Wilhelm Engelhard |
*18.12.1802 +18.01.1803 |
Paten: Adam Hengesbach ex Eversberg und Maria Juliana Engelhard ex Schönholthausen |

Das dritte Kind, der Sohn Ferdinand Engelhard, war in Eslohe für einige Monate, bis Ende 1815, als Lehrer in der Kath. Volksschule in Eslohe tätig (23). Dann begann sein theologisches Studium. Letztlich wurde er am 17. Dezember 1824 in Paderborn zum Priester geweiht. Am 25. März 1825 wurde Ferdinand Engelhard als Vikar nach Schönholthausen berufen. Dort starb er am 13. März 1876, so berichtete Pfarrer Dornseiffer (24).
Ein großer Schicksalsschlag für die Familie war der verfrühte Tod des Vaters. Johann Franz Wilhelm Engelhard starb im Alter von 46 Jahren am 19.05.1802 in Niedereslohe an „pectoralis febri“ (= Brustfieber). Maria Elisabeth Sommer, seine Ehefrau, war von ihm schwanger und erwartete ihr fünftes Kind. Franz Wilhelm, ein Junge, wurde am 18. Dezember geboren, verstarb aber nach 30 Tagen. Die mit Kummer und Sorgen geplagten Witwe oblag die Fortführung des Hofes bis zur Großjährigkeit des Ältesten. Dennoch war ihr ein langes Leben als Witwe beschieden. Sie starb in Niedereslohe am 22.05.1851 88jährig an Altersschwäche.
Niedereslohe: Generation VI [Johann Franz Engelhard & Maria Franziska Fernholz]
Ihr ältester Sohn Johann Franz Engelhard wird in den Kirchenbüchern als Landwirt, Müller und Gewerker benannt. Er ehelichte in der Pfarrkirche zu Eslohe am 10.10.1826 die Maria Franziska Fernholz, um 1804 als Tochter des Ackermanns Franz Anton Fernholz und seiner Ehefrau Maria Ludovica Schulte in Wicheln (Pfarrei Hüsten) geboren. Trauzeugen waren der 75jährige Vikar Franz Heinrich Engelhard und der Lehrer Clemens Tillmann aus Eslohe.
Aus der Ehe des Johann Franz Engelhard mit Maria Franziska Fernholz gingen folgende Kinder hervor:
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1 |
Franz Engelhard |
*08.10.1827 +06.11.1886 |
Hoferbe, blieb ledig und ernannte 1886 seinen Bruder Carl zum Universalerben |
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2 |
Franz Ferdinand Engelhard |
*25.04.1830 +28.11.1912 |
Pfarrer in Wickede (Ruhr) |
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3 |
Theresia Engelhard |
*14.02.1832 + 1849 |
in der Pfarrei Hüsten gestorben (=Hinweis im Taufbuch) |
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4 |
Johann Carl Engelhard (wurde Erbe seines Bruders Franz) |
*01.05.1835 +29.04.1898 |
Heiratete am 19.05.1892 die Anna Maria Josefina Schmitt aus Ramscheid |
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5 |
Caspar Engelhard |
*08.01.1838 +03.12.1915 |
Emigrierte nach Detroit/ Michigan USA |
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6 |
Elisabeth Engelhard |
*29.01.1840 +22.12.1844 |
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7 |
Wilhelm Engelhard |
*16.02.1843 +12.09.1857 |
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8 |
Joseph Engelhard |
*02.09.1849 |
Sterbedatum: zwischen 1865 und 1886 |
Erst Verpachtung, dann Verkauf des ehemaligen Kupferhammers
Noch im Jahre 1835 wurde Johann Franz Engelhard als Besitzer des Kupferhammers genannt. Er war weitsichtig und hatte erkannt, dass das Frischen von Schmiedeeisen und Rohstahl auf Rohhämmern bald der Vergangenheit angehören würde. Vor der Entscheidung, neu zu investieren um seinen Hammer in ein Puddelwerk oder für Fertigwaren umzuwandeln, verpachtete er sein Gewerbe 1845 an den Gewerke Ferdinand Gabriel (der Ältere, geb. in Eslohe 28.01.1802, gest. in Eslohe am 08.03.1864, Gehirnentzündung nach Unfall).
Ferdinand Gabriel tat sich mit seinem Schwager Wilhelm Bergenthal aus Warstein zusammen und schloss 1851 mit Johann Franz Engelhard für weitere fünf Jahre einen neuen Pachtvertrag. Sie behielten sich vor, während der Pachtzeit das als Stabeisenhammer mit zwei Feuern geführte Werk für 1500 Rtlr. jederzeit kaufen zu können. Das geschah jedoch vorerst nicht:
Nach Ende der Pachtzeit 1856 lag der Hammer still. Die Produktion war eingestellt.
Dennoch kam es zum Verkauf des ehemaligen Kupferhammers: Johann Franz Engelhard wurde diesmal mit Ferdinand Gabriel jun. (geb. Eslohe 21.06.1837, gest. Eslohe 20.07.1919 an Altersschwäche) handelseinig. Es kam 1856 zum Verkauf und Gabriel führte den Betrieb als Stabeisenhammer mit einem Feuer, ab 1868 zusätzlich als Raffinierhammer.
Der Gewerke Ferdinand Gabriel jun. stellte seinen Stabeisen- und Raffinierhammer ein und errichtete 1870 am ehemaligen Kupferhammer in Niedereslohe eine Fabrik zur Herstellung und von Werkzeugen für Landwirtschaft, Handwerk und Gewerbe. Bilder vom Schmieden und Bearbeiten der Werkstücke, die in "alle Welt" gingen.
Die Mühle und der Pächter Dünnebacke
Nachdem Johann Franz Engelhard das eigene Betreiben des Kupferhammers aus seinen Händen gelegt hatte, ließ er 1855 gegenüber seiner Hofstelle in Niedereslohe eine Kornmühle errichten, die mit dem in einem Graben herbeigeführten Wasser vom Salwey-Bach betrieben wurde. Noch heute steht das Mühlengebäude, in dem schon eine Ewigkeit kein Mühlrad bewegt wurde. Auch ist die Technik nicht mehr vorhanden, die auf den ehemaligen Mahlgang schließen ließe. In einem im Mauerwerk eingelassenen Stein an der Vorderseite der Mühle wurde vom Steinmetz eine Inschrift eingemeißelt. Aus der über die lange Zeit verwitterten Schrift ist, wenn auch mit Mühe, folgender Text zu entziffern:
M D C C C X X X X X V
HABEN JOHAN FRANZ ENGELHARD
UND FRANCISKA GB FERNHOLZ DIESE
MÜHLE MIT GOTTES BEISTAND GEBAUT
In den Büchern der Pfarrgemeinde wird ersichtlich, dass ein Pächter namens Franz Wilhelm Dünnebacke die Mühle in Eslohe betrieb, nachdem Engelhard diese nicht mehr selbst bewirtschaftete. Der neue Mühlenpächter war am 14.07.1856 in Isingheim als Sohn des Landwirts Johannes Dünnebacke und deren Ehefrau Theresia, geb. Schulte, verwitwete Sternberg, geboren. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Maria Theresia Schulte, am 19.04.1862 in Dünschede bei Helden als Tochter des Tagelöhners Peter Schulte und Anna Elisabeth Scheele geboren, bewirtschaftete dieser Engelhards Kornmühle in Niedereslohe. Das Paar heiratete am 26.11.1887 und in der nachfolgenden Zeit von 1888 bis 1902 wurden elf Kinder geboren, davon fünf Söhne die im Kindesalter, u.a. wegen Schwindsucht verstarben. Ein Junge wurde „im Mutterleib getauft“, so berichtet das Sterbebuch.
Als der Mühlenpächter Franz Dünnebacke am 11. Juni 1905 im Alter von nur 48 Jahren starb, zog seine Witwe mit ihren minderjährigen Töchtern fort, vermutlich zurück nach Dünschede, ihrem Geburtsort. Das wird erklären, warum die erwachsenen Töchter fast ausschließlich nach Attendorn bzw. Dünschede heirateten. Nachkommen leben heute auch in den Niederlanden: Ferry Hudepohl, in der Stadt Oldenzaal, nahe der deutsch-niederländischen Grenze.
Den Erzählungen nach ist ein mit Brandspuren bestehender innenliegender Balken durch den misslungenen Versuch eines späteren Mühlenpächters entstanden. Dieser hatte sich durch die Zerstörung der Mühle eine Entschädigung ausgerechnet.
Mit KI optimiertes Bild einer Postkarte um 1950: Im Vordergrund die Schlacht im Salwey-Bach. Hier wurde das Wasser gestaut und zur Bewässerung auf die Talwiesen geleitet. Im Hintergrund der Hof Meier-Altbrod, vormals Engelhard. Links steht die 1855 erbaute Mühle, in der Mitte das Hauptgebäude - Wohnhaus mit Pension und angrenzendes Wirtschaftsgebäude. Das Gebäude rechts gehörte auch zum Hof. Dort wohnte ein Ehepaar, namens Klauke, zur Miete. Herr Klauke war von Beruf Müller und hatte in Böhmers Mühle gearbeitet. Im Dachboden dieses Hauses stand eine Dreschmaschine mit der die eigene Getreideernte gedroschen wurde. Es ist wahrscheinlich, dass der Motor der Maschine mit 110 Volt Spannung von der damals in der Mühle vorhandenen Turbine mit Strom versorgt wurde. Das Haus wurde um 1965 abgerissen. Heute steht dort das zur Pension gehörende Gästehaus.
Er war Pfarrer und Wohltäter
Franz Ferdinand Engelhard, als zweitältester Sohn der Familie, wurde am 25. April 1830 in Niedereslohe geboren. Die Eltern ermöglichten ihrem Sprössling den Schulbesuch in Arnsberg und später in Paderborn. Ferdinand machte sein erfolgreiches Abitur im Herbst 1851. Das berechtigte ihn zum Theologie-Studium, das er in Münster und Paderborn ausübte. Die Priesterweihe erhielt Ferdinand Engelhard am 20. März 1858. Vom Bischof des Bistums Paderborn Dr. Konrad Martin (25) wurde Ferdinand ab 14. April 1858 zum Vikar ernannt. In der Pfarrkirche St. Anna im ostwestfälischen Verl (Kreis Gütersloh) verrichtete er seinen Kirchendienst, bis er ab dem 4. September 1861 zum Pfarrverweser (26) nach Wickede (Ruhr) berufen wurde.

Ferdinand Engelhard war der erste Seelsorger in Wickede. Da die überwiegend katholische Bevölkerung durch fortschreitende Industrialisierung wuchs, brauchte die wachsende Gemeinde eine eigene Kirche. Am 1. August 1861 war feierlich der Grundstein gelegt worden. Ferdinand begann sein Wirken in Wickede während der Arbeiten am Kirchenbau, der am 1. Dezember 1862 vollendet wurde. Er hatte in dieser Zeit auch den Aufbau einer neuen Kirchengemeinde zu verantworten. Die Weihe der neuen Kirche, die St. Antonius von Padua gewidmet wurde, erfolgte durch Bischof Martin am 25. September 1866. Am 22. Januar 1873 wurde Ferdinand Engelhard offiziell zum Pfarrer in Wickede ernannt. Er war Seelsorger in schwieriger Zeit, da der Kulturkampf schon entbrannt war und erst 1887 diplomatisch beigelegt wurde. Dennoch konnte Ferdinand Engelhard als Pfarrer für seine Gemeinde nachhaltig wirken.
Der vermögende Pfarrer gründete Stiftungen
Als er in Wickede am 28.11.1912 starb und dort auf dem katholischen Friedhof begraben wurde, hinterließ der Verstorbene für seine Gemeinde eine „Armenstiftung“, die er aus seinem eigenen Vermögen errichtet hatte. Sein umfangreiches und wohlüberlegtes Testament schrieb er bereits am 1. September 1887, ein Vierteljahrhundert vor seinem Ableben. Dabei konnte er nicht vorhersehen, wie sinnvoll die Existenz dieser von ihm ins Leben gerufenen Stiftung angesichts einer beginnenden Zeitenwende werden sollte.
Nachdem der Erste Weltkrieg 1914 begonnen hatte, wurden zur Stützung der Kriegslasten sog. „Kriegsanleihen“ gezeichnet. In Wickede beteiligte sich auch die Kath. Kirchengemeinde daran und finanzierte 1915 mit den „vorhandenen Geldern der hiesigen Pfarrkirche …“ ihre dritte Anleihe. Eigentlich hätte man dieses Geld für soziale Zwecke verwenden müssen, denn auch in Wickede und Umgebung wurde die Not der Menschen immer größer. Auf Anregung des derzeitigen Pfarrers Gerken, der die Nachfolge Engelhards nach dessen Tod angetreten hatte, bildete sich ein Komitee. Das hatte sich zur Aufgabe gemacht, die Not der Kriegshinterbliebenen zu lindern. Angesichts der skandalös geringen Versorgung von Kriegerwitwen und -waisen verteilte man Geldspenden, aber auch von Bauern kostenlos zur Verfügung gestellte Lebensmittel, an bedürftige Familien. Das erwies sich jedoch mit zunehmender Kriegsdauer wegen stark ansteigenden Preisen für Nahrungsmittel und ständiger Mehrung der Zahl von Kriegsgefallenen als immer schwieriger. Da traf Pfarrer Gerken den Entschluss, Gelder aus der Armenstiftung „seines sehr vermögenden Vorgängers Pfarrer Engelhard ausgeben“ (27).
In Wickede ist die „Engelhardschule“, eine Grundschule, nach dem unvergessenen Wohltäter benannt. Die Schule nennt ihn als Namenspatron und ersten langjährigen Pfarrer von St. Antonius. Pfarrer Engelhard dachte vor seinem Ableben auch an das Wohl seiner Angehörigen daheim in Niedereslohe und hinterließ zu deren Gunsten „die Engelhardt’sche Familienstiftung“. Sie ist nicht gemeinnützig, sondern war zur Unterstützung der eigenen Familie gedacht (28).
Ein sterbenskranker Vater sorgt sich um das Wohl seiner Hinterbliebenen
Von seinem Leiden gezeichnet - er litt an einer chronischen Lungenkrankheit - und im Bette liegend ließ Johann Franz Engelhard zur Abfassung eines Übergabevertrages die Gerichtsbeamten kommen. So verfügte er am 27. Juni 1865, dass der unverheiratete älteste Sohn Franz Engelhard nach des Vaters Ableben die Erbschaft über sein gesamtes Vermögen antreten sollte (29).
Für die ebenfalls noch ledigen Söhne Carl, Caspar und Joseph trug er wohlbedachte Vorsorge und verfügte für seine Kinder eine auskömmliche Abfindung vom Hofe. Der Sohn Ferdinand, welcher derzeit bereits „Pfarrverweser“ in Wickede war, hatte bereits sein Studium vom Hofe ausreichend bezahlt bekommen. Ihm wurde aber eingeräumt, ein Recht zum Vorkauf nutzen zu können, falls Grundstücke vom Hofe verkauft würden. Seiner Ehefrau Maria Franziska geb. Fernholz sicherte er bis zu ihrem Ableben freies Wohnen und Verpflegung vom Übernehmer zu. Bei der Protokollierung im Hause Engelhard durch die Justizbeamten war auch sein Bruder Franz Ferdinand Engelhard, Vikar in Schönholthausen, anwesend. Er war Beistand der Hausfrau, die vermutlich des Schreibens und Lesens unkundig war und wenige Wochen später den Tod ihres Mannes betrauern musste. Johann Franz Engelhard starb im Alter von 70 Jahren am 05.10.1865 infolge seiner Krankheit. Die verwitwete Ehefrau Franziska Fernholz erlitt im Alter von 76 Jahren einen Schlaganfall. Sie starb am 11.03.1879.
So wie viele: Caspar Engelhard emigrierte nach Amerika
Im Laufe des 19. Jahrhunderts, insbesondere in den Jahren von 1830 bis 1890, verließen viele Menschen das Sauerland. Einige Faktoren beförderten die Armut, u.a. die Zunahme der Bevölkerung. Da auf den Höfen lediglich der älteste Sohn erbte, drohte vielen nachgeborenen Kindern als Knecht oder Magd ein Leben am Rande des Existenzminimums. Auch die Auflösung der Grundherrschaft (30 führte in der bäuerlichen Welt zu neuer Armut. Das Handwerk spürte Konkurrenzdruck durch die beginnende Industrialisierung und die Steuer- und Abgabenlast blieb trotz der drückenden Probleme hoch. Die Auswanderungswilligen, v.a. Familien selbstständiger Kleinbauern und Handwerker, auch Einzelpersonen der verarmten Unterschichten mussten auf ihr Bürgerrecht verzichten und rissen damit alle Brücken hinter sich ein.

Zum mit Abstand wichtigsten Einwandererland entwickelte sich Amerika. Bei vielen Immigranten stand das Land für politische und wirtschaftliche Freiheit, freie Landnahme und - zumindest bis zum amerikanischen Bürgerkrieg (1861 bis 1865) – für Frieden. Familiäre Kontakte zu bereits Ausgewanderten machten Mut: Migranten nutzten bei der Reise und bei der Ansiedlung in der Fremde diese Kontakte. Deutsche Emigranten taten sich oft zusammen und gründeten eigene Siedlungen, pflegten ihre Kultur und Sprache, so wie in Detroit im Staate Michigan. In dieser urbanen Stadt hatten rund um die Kirche St. Joseph, im „deutschen Viertel“, viele Sauerländer bereits Fuß gefasst und sich jenseits des Atlantiks neu eingerichtet (31).
Caspar Engelhard tat es ihnen gleich, indem er 1868 den Entschluss zur Ausreise in die Tat umsetzte. Sicher ist, dass sein Entschluss nach dem Tod des Vaters im Oktober 1865 reifte. Das Ende des amerikanischen Bürgerkrieges ging damit zeitlich einher. Das schaffte bei dem 27jährigen Caspar die Zuversicht, dort ein befriedetes Land und Arbeit vorzufinden. Zudem stand ihm die vom verstorbenen Vater zugedachte Abfindung vom Hofe zu, dass er von seinem Bruder Franz, der Hoferbe war, fordern konnte.
Caspar Engelhard packte sein Bündel und trat seine Reise an, indem er ein Auswanderer-Schiff in Bremerhaven bestieg. In Amerika erreichte er sein Ziel: Detroit, dort wo ihn bereits emigrierte Angehörige aus Familien der sauerländischen Heimat empfingen und unterstützten.
Caspar Engelhard hatte schnell Fuß gefasst und plante mit der 18jährigen Maria Theresa Huettemann (Hüttemann, geb. Detroit 20.01.1851, gest. Detroit 27.12.1917) eine gemeinsame Zukunft. Sie war die Tochter deutsch-stämmiger Emigranten: Joannes Franz Hüttemann, (geb. 1810 in Westfalen, gest. 1858) und Elisabeth Anna Maria, geb. Röhrig (geb. 1811 in Schliprüthen, gest. in Detroit 1880, Tochter des Heinrich Röhrig und der Anne Maria Pieper aus Schliprüthen). Caspar und Theresa Engelhard gingen in Detroit am 16.11.1869 den Bund der Ehe ein.
In ihrer Ehezeit wurden in Detroit nachweislich folgende Kinder geboren:
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1 |
REV.PR. Casper Engelhard (Father Dennis) |
*1871 +1941 |
= „Reverend Priest“ (Pfarrer / Geistlicher) |
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2 |
Theresia Bernadine Engelhard |
*07.07.1874 +03.07.1959 |
Verheiratete „Davis“ Gest. in Hardinsburg, Kentucky |
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3 |
Ferdinand Joseph Engelhard |
*1876 +1947 |
Heiratete Elizabeth Lillian am 27.11.1913 in Grosse Pointe Townchip, Wayne, Michigan, Kinder: Edmond Caspar Engelhard u. Pauline Engelh., verh. Day |
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4 |
Frank Engelhard |
*1881 +1984 |
Sterbedatum auf Grabstein, demnach wurde Frank 103 Jahre alt (?) |
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5 |
Frances od. Franziska Engelhard, „Fannie“ |
*1881 +1937 |
Verheiratete „Knowles“ Vermutl. sind Frank u. Frances Zwillinge |
Die Angaben sind nicht erschöpfend: Mutmaßlich wurden noch vier weitere Kinder geboren: 6) Elisabeth, 7) Frederick Dennis, 8) Joseph und 9) William Charles. Auf den Beruf des Vaters Caspar Engelhard bezogen wird um 1900 die Bezeichnung „Clear-Water Office“ genannt (?). Er war mit Wohnadresse: Detroit Ward 3, Straße: Benton 93 gemeldet.
Caspar Engelhard starb am 3. Dezember 1915 in Detroit, Wayne und ist auf dem Friedhof „Mount Olivet Cemetery“ in Detroit beigesetzt worden. Als Todesursache wird „Chronische Gastritis“ genannt, was heute als Magenkrebs diagnostiziert würde.

Ein Testament unter Brüdern
Als der Vater gestorben war, trat nach seinem Willen der mit 38 Jahren noch unverheiratete, älteste Sohn Franz Engelhard sein Erbe an. Dieser, im Sterbebuch als Mühlenbesitzer und Landwirt bezeichnet, blieb ohne weiblichen Beistand und sah sich 1886 angesichts seiner schwindenden Gesundheit genötigt, seinen jüngeren Bruder Carl Engelhard als Universalerben zu bestimmen.
So ließ er die Gerichtsbeamten in seine Wohnung kommen, um am 8.11.1886 seinen letzten Willen zu Protokoll zu nehmen (32). Der „Mühlenbesitzer und Landwirt“, so die Eintragung im Sterbebuch, Franz Engelhard starb wenige Tage danach am 13.11.1886, im Alter von 59 Jahren an der „Wassersucht“, vermutlich Herzschwäche.
Sein Bruder Carl Engelhard, selbst auch schon im 51 Lebensjahre und ledig, erbte das Vermögen seines Bruders und führte dessen Geschäfte weiter.
Niedereslohe: Generation VII [Carl Engelhard & Anna Maria Josefina Schmitt]
Doch wie das Leben so spielt: Im „allerbesten Alter“ geht der 57-jährige Carl Engelhard am 12. Mai 1892 noch eine Ehe ein. Seine Braut ist die 27 Jahre jüngere Anna Maria Josefina Schmitt (Holthöfer) aus Ramscheid. Sie wurde dort am 29.11.1862 als Tochter der Eheleute Joseph und Maria Anna Schmitt, geb. Gabriel, geboren.
Vier Kinder gingen aus dieser Ehe hervor:
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1 |
Anna Maria Josefina Engelhard |
*14.07.1893 |
Heiratete am 04.05.1920 in Kamp/Bornhofen den Dr. Richard Kleyn, Venerologe (33) in Köln |
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2 |
Johann Franz Engelhard |
*03.01.1895 +01.09.1916 |
Im Ersten Weltkrieg an der Somme (34) in Frankreich gefallen („Heldentod“)! |
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3 |
Josefa Engelhard -Hoferbin- |
*08.08.1896 +21.01.1976 |
Heiratete am 02.02.1921 den Anton Altbrod aus Wenholthausen |
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4 |
Maria Elisabeth Engelhard |
*04.08.1898 +23.11.1941 |
Lehrerin, blieb deshalb ledig wg. Heirats- verbot n.d. „Lehrerinnenzölibat“ (35) |
Das Wohnhaus
Die einst im oberen Sauerland bis in das 19. Jhd. errichteten bäuerlichen Wohnhäuser, in denen Mensch, Tier und Erntevorräte ihren Platz fanden, bestanden traditionell aus niedrigen Grundmauern von Grauwacke aus heimischen Steinbrüchen. Darauf stützten sich die aus eichenem Fachwerk bestehenden Geschosse. Mit Teerfarbe geschwärzte Balken und weiß gekälkten Gefachen prägen diese Häuser bis in die heutige Zeit das Ortsbild der Region. Man kann davon ausgehen, dass einmal Engelhards Gehöft in diesem typischen Baustil mit Wohnhaus und Ökonomiegebäuden bestand.

Auf einer Fotografie, die dem Jahre 1910 zugerechnet wird, erkennt man Angehörige der Familie Engelhard vor ihrem Wohnhaus, dessen Erbauung nicht überliefert ist. Dieses Bauwerk entstammt aber augenscheinlich der zweiten Hälfte des 19. Jhd. und ist im Stil eines neuzeitlichen Gutshauses errichtet worden. Gebaut wurde vorwiegend im massiven Ziegelmauerwerk. Das Haus hatte einen Keller, Diele und Treppenhaus und die tragenden Innenwände bestanden aus Vollziegeln. Es entstanden großzügige Raumhöhen, massive Holztreppen, Stuckdecken sowie rundbogig ausgebildete Fensteröffnungen. Typisch für diese Epoche ist auch das Satteldach, dass den Wohnbereich und die dahinter liegenden Stallungen insgesamt überdeckte.
Naheliegend ist, dass die Eheleute Franz und Franziska Engelhard, geborene Fernholz, die Erbauer dieses Hauses waren.
Vom Schicksal hart getroffen
Kurz nachdem die Aufnahme um 1910 entstand, wurde Engelhards Haus ein Raub der Flammen. Mutmaßlich wurde das gesamte Obergeschoss des Wohnbereiches durch den Brand zerstört und auch die darunterliegenden Stockwerke und die Stallungen arg in Mitleidenschaft gezogen. Es erfolgte augenscheinlich ein Neubau auf dem noch vorhandenen massiven Kellergeschoss.

Dass ihr Haus in Flammen aufgegangen war, bedeutete für die verwitwete Josefina Engelhard und ihre vier Kinder ein weiterer folgenschwerer Schicksalsschlag. Als ihr Ehemann Carl am 29. April 1898 mit 62 Jahren plötzlich und unerwartet an einem Krampf (Eintragung im Sterbebuch) starb, war sie mit ihrer jüngsten Tochter Maria schwanger.
Franziska hatte alle Lasten allein zu tragen, die mit der Bewirtschaftung des Hofes, dem Führen Haushalts und der Erziehung ihrer minderjährigen Kinder anfielen. Nun stand sie vor erdrückenden Baukosten, die sie allein nicht schultern konnte. Sie besann sich auf den Bruder ihres verstorbenen Ehemannes und bat diesem um Hilfe. Ob ihr bereits „im Senium“ befindlicher Schwager Ferdinand Engelhard, als wohlhabend und wohltätig geltender Pfarrer in Wickede, ihr vor seinem Tode – er starb am 28.11.1912 - noch hilfreich unter die Arme greifen konnte, ist unbewiesen.
Jedoch: Das Wohnhaus wurde neu aufgebaut; noch schöner, noch größer!
Ein neuer Schicksalsschlag ließ jedoch nicht lange auf sich warten und stand förmlich vor ihrer Haustüre. Im Jahre 1914 kündigte sich der Beginn des Ersten Weltkrieges an. Er wird einen hohen Preis von Josefina Engelhard und ihren Kindern einfordern.


Niedereslohe: Generation IIX [Anton Altbrod & Josefa Engelhard]
Johann Franz Engelhard war der einzige Sohn und deshalb als Hoferbe vorgesehen. Wie viele junge Männer wurde er mit Beginn des Ersten Weltkrieges zum Kriegsdienst gerufen. Als Soldat des deutschen Heeres musste Franz am Frankreich-Feldzug teilnehmen. Am 1.9.1916 fiel er an der Somme (34) bei einem Gefecht.
Nach Kriegsende, am 19.05.1919, fanden sich die verwitwete Mutter und ihre drei Töchter Anna, Josefa und die mit 20 Jahren noch minderjährige Maria vor dem Notar und Justizrat Eugen Dingerkus aus Förde ein. Der verstorbene Vater hatte sie in seinem Testament, welches er am 19.10.1897 geschrieben hatte, zu seinen Erben gemacht. Nun schlossen und unterzeichneten sie einen Vertrag in dem sie den Erbanteil des „auf dem Felde der Ehre gestorbenen“ Sohnes und Bruders Franz Engelhard regeln wollten. Die Nachlässe wurden der Tochter Josefa gegen Lasten und Auflagen zugesprochen, da diese das Engelhards Gut weiterführen wollte. Denn es bahnte sich eine eheliche Verbindung an, die eine neue Generation begründen sollte.

Josefa Engelhard heiratete am 02.02.1921 in der Pfarrkirche St. Peter und Paul zu Eslohe Anton Altbrod, am 27.05.1897 in Wenholthausen geboren. Dieser hatte den Bauernberuf erlernt und war ein sog. „abgehender Sohn“. Sein älterer Bruder Joseph Altbrod würde den elterlichen Hof, den „Lünten Hof“, vom Vater übernehmen.
Die Eltern waren der Landwirt Josef Altbrod und dessen Ehefrau Maria, geb. König aus Berge. Der Vater Josef Altbrod war auch Amtsverordneter von Eslohe und gehörte als solcher der Amtsvertretung an, die am 7. Mai 1919 aufgelöst wurde. Ein Bruder des Vaters, also Onkel von Anton Altbrod war der namensgleiche Pfarrer von Oedingen (36).
Hochzeitsgesellschaft auf dem Engelhardschen Hof in Niedereslohe: Heirat am 02.02.1921 der Hoferbin Josepha Engelhard und Anton Altbrod aus Wenholthausen. Personen, vordere Reihe vlnr: NN, Dr. Richard Kleyn aus Köln (Ehemann von Anna, geb. Engelhard), Josef Altbrod (Vater von Anton), die Braut und der Bräutigam, Maria Altbrod, geb. König (Mutter von Anton), Josefine Engelhard, geb. Schmidt-Holthöfer (Mutter der Braut), Pfarrer Josef Mollerus (Pfarrer in Eslohe von 1915 bis + 17.05.1932) / Mittlere Reihe vlnr: Franz Poggel, Franz Altbrod, Maria Engelhard (Schwester der Braut, Lehrerin in Wenholthausen), Hubert Schmidt, Maria Poggel, Josef Altbrod (Hoferbe in Wenh.), NN, der Junge vermutl. Norbert Altbrod / Hintere Reihe vlnr: Alfred Schmidt, Therese Schmidt, Ferdinand Altbrod, Maria Schmidt, vermutl. Clemens Altbrod, Peter Schmidt, Anna Kleyn, geb. Engelhard (Schwester der Braut)
Aus der Ehe zwischen Anton Altbrod und Josefa Engelhard gingen drei Mädchen hervor:
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1 |
Antonia Maria Altbrod (Toni) |
*25.02.1922 |
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2 |
Irmgard Altbrod |
*02.01.1924 +27.04.2006 |
Hoferbin, heiratete 1954 Wilhelm Meier aus Henglarn, heute Stadtteil von Lichtenau im Bürener Land |
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3 |
Rosalin Maria Margarete Altbrod (Margret) |
*29.12.1924 +16.09.1978 |
Gestorben in Paderborn |
Die Witwe Josefina Engelhard, geb. Schmitt, konnte noch Anteil nehmen am Leben und Wachsen der jungen Familie Altbrod. Sie konnte miterleben wie ihre drei Enkelinnen geboren wurden und wie sie aufwuchsen. Es wurde ihr - vom Leben nicht verwöhnt - nun im Alter zugestanden, am lebhaften Treiben auf dem Gehöft teilzuhaben. Am 15. Januar 1937 hörte ihr Herz im Alter von 74 Jahren auf zu schlagen.
Eine neue Erwerbsquelle: Fremdenpension
Erstmals finden wir im „Adreßbuch des Kreises Meschede“ aus dem Jahre 1930 - den Tourismussektor betreffend - einen Hinweis auf den „Gutshof Altbrod zu Eslohe“. Im Jahre 1928 hatten die Eheleute Anton Altbrod und Josepha, geborene Engelhard, offiziell eine Fremdenpension in ihrem Wohnhaus in Niedereslohe eingerichtet. Damit folgten sie einem einsetzenden Trend in dieser Zeit und waren Wegbereiter für die nachfolgenden Generationen auf ihrem Hof. Zuerst übernahmen sie Feriengäste der Pension Poggel-Schütte, die diese aus Platzmangel nicht mehr aufnehmen konnten. Zehn Jahre danach betreiben sie offensives Marketing durch Werbung (Reklame) mit dem Ziel der Ausweitung ihres Gewerbes: „Pension Gutshof Altbrod ist ein altbekanntes Haus… Die Verpflegung ist anerkannt gut und reichlich und wird durch eigene große Landwirtschaft unterstützt und abwechslungsreich gestaltet. Reichlich Milch zu sämtlichen Mahlzeiten…“ (37).
Noch heute werden Bücher im Hause Meier aufbewahrt, in denen sich treue und zufriedene Gäste mit kleinen Gedichten, persönlichen Texten, Glückwünschen oder humorvollen Anekdoten von ihren Gastgebern verabschiedeten. Sie lobten die gute Küche von Frau Josefa und den Skat mit dem Hausherrn. Oft schließen sie mit einem „Frisch auf“ als Abschiedsgruß, aber auch 1935 Nazi-linientreu mit einem strammen „Heil Hitler“.
Von 1930 bis in die fünfziger Jahre: Fotos der Gäste mit Angehörige der Familie Engelhard - Altbrod - Meier: Erinnerungen an eine bewegte und unruhige Zeit.

Niedereslohe: Generation IX [Wilhelm Meier & Irmgard Altbrod]
Erst nach dem Zweiten Weltkrieg lebt ein Gästebuch wieder auf. Der Vater Anton Altbrod war am 24.07.1953 im Alter von nur 56 Jahr viel zu früh verstorben. Ein Jahr danach bedankt sich ein Gast zum Abschied über die Gastfreundlichkeit im Haus von Meier-Altbrod, denn ein Generationenwechsel war erfolgt:
Die Tochter Irmgard (geb. 02.01.1924, gest. 27.04.2006) hatte 1954 Wilhelm Meier (geb. 14.10.1924 in Henglarn, gest. 25.07.2009 in Niedereslohe) geheiratet. Zwei Kinder gingen aus der Ehe hervor; der Sohn und spätere Hoferbe Karl-Anton und die Tochter Angelika Meier.
Ende der fünfziger Jahre stellten einige kleine Pensionen in Eslohe und Umgebung ihr Gewerbe ein; nicht jedoch die Familie Meier. Sie setzte verstärkt ihren Schwerpunkt auf die Gästebeherbergung. Die Einstellung der aktiven Landwirtschaft Anfang der siebziger Jahre folgte unweigerlich.
Heute ist der Ponyhof Meier in Niedereslohe eine bevorzugte Wahl für Familienurlaub.
Das Motto lautet: „Spaß für die Kinder, Erholung für die Eltern!“
Engelhard in Nichtinghausen
Mit der Einheirat von Anton Altbrod war der Name „Altbrod“ auf Engelhards Hof in Niedereslohe gekommen. Dennoch hat sich der Name „Engelhard“ bis heute in der Gemeinde Eslohe erhalten:
In Nichtinghausen ehelichte einst Johann Franz Engelhard aus Niedereslohe die Hoferbin Anna Elisabeth Petermann. Das war am 11.02.1800. Dort hat sich der Name erhalten, da die Generationen auf diesem Hof durch männliche Erben nachfolgten.
Das Wohnhaus an der Bundesstraße 55 gelegen, wurde 2025 abgerissen und durch einen zeitgemäßen Neubau ersetzt. Es gehört der Familie Kersting aus Nichtinghausen. Am rechten Bildrand erkennt man Haus und Hof der Engelhards. Dazwischen steht die um 1810 erbaute und dem Hl. Bernhard gewidmete Dorfkapelle. Sie wurde damals von den vier Höfen im Dorf erbaut. Das waren Petermann (heute: Engelhard), Poick (oder Pook, heute Gödde), Kersting und Kamitter.
Erläuterungen:
01 Der Begriff „Kirchenwasser“ bezeichnet den Gebrauch vom Bachwasser der Salwey zu gewerblichen Zwecken, also für den Kupferhammer und oder für den Betrieb einer Korn- und Mahlmühle in Sallinghausen. Vermutlich erhielt die Pfarrkirche vor Ort für die Entnahme einen Obolus. Siehe auch Esloher Museumsnachrichten 2021, Seite 14: „Kirchenwasser, das Räder und Turbinen bewegt“ von Wilhelm Feldmann
02 LWL – Montanwesen / Regesten (Herzogtum Westfalen): Regest-Eintrag (frühe Neuzeit)
03 Original Urkunde vom Kontrakt (Vertrag) im Archiv Wilhelm Feldmann, Hofchronik Nurk – Wüllner – Feldmann zu Sallinghausen.
04 Übersetzung der in Latein verfassten Eintragung im Copulationsbuch der Pfarrgemeinde Eslohe, auch Joh. Dornseiffer, Geschichtl. über Eslohe Seite 14
05 Geschichtl. über Eslohe, Seite 59
06 Esloher Forschungen I Seite 246, Q 107
07 "Alten Rhonard" bezieht sich auf die historische Bergbaugeschichte am Rhonarderzug, einem der erzreichsten Berge Deutschlands südöstlich von Olpe. Der Begriff steht im Zusammenhang mit dem jahrhundertelangen Erzabbau, insbesondere von Kupfer, und ist heute als Wanderregion bekannt. Der Name "Rhonard" bedeutet wahrscheinlich "gerodete Hard" (gerodeter Bergwald).
08 Joh. Dornseiffer: Geschichtliches über Eslohe, Seite 196
09 Capitations-Schatzregister des Jahres 1685 (Landstände Archiv Arnsberg, Fach VIII Q Nr. IV A 5 zu Niedereslohe), (Rtlr. = Reichsthaler, gr. = Groschen), siehe auch Josef Lauber Band III Kirchspiel Eslohe, Seite 81
10 Esloher Forschungen I, Seite 249 Q 118
11 Joh. Dornseiffer: Geschichtliches über Eslohe, Seite 124: Es wird Anton Schellmann aus Niederberndorf gewesen sein, der am 09.02.1672 durch Eheschließung mit Margaretha Poggel auf den Hof eingeheiratet und den Namen des Hofes Poggel angenommen hatte. Dieser wird Anspruch auf die Nutzung des Hammergrabens erhoben haben. Markgerechtigkeit bedeutet das Nutzungsrecht eines Markgenossen an der gemeinsamen Mark, ein vererbliche Recht, was meist an den Hof gebunden war, wie z.B. ein Weiderecht, Holzrecht, Fisch- oder Wasserrecht.
12 Titel: „Und sind wir auch Israels Kinder“, 2014 herausgegeben durch das Dampf-Land-Leute Museum Eslohe, Berichte und Forschungen zur Geschichte der Juden im Gebiet der Gemeinde Eslohe ab dem 18. Jahrhundert.
13 Wilhelm Engelhard aus Eslohe, so berichtet Pfarrer Jos. Redegeld in seiner Geschichte von Ovenhausen, [Paderb. 1895, Bon-Druckerei S. 128], - unweit Meschedes, war noch sehr jung, als er die hiesige Pfarrstelle übernahm. Am 10. Aug. 1721 wurde er von dem Prior des Klosters Corwey Ansgar v. Graß feierlich eingeführt. Er blieb jedoch nur bis zum Jahre 1729. - "Dem Propste in Marsberg war es gelungen, einen Geistlichen aus dem Herzogtum Westfalen als Nachfolger von Pfarrer v. Willre zum Pfarrer von Ovenhausen zu finden." Es war Johann Wilhelm Engelhard, am 5.4.1694 zu Nieder-Eslohe geboren, als Kind der Eheleute Joh. Kaspar Engelhard und der Apollonia Mönnig. Auf seinen Antrag wurde er 1729 von Ovenhausen nach Thülen bei Brilon versetzt und ist dort im Jahre 1732, noch keine 40 Jahre alt, gestorben.
14 Lateinisch: Primissarius oder Primissar, auch Frühmesser oder Frühmessherr genannt. So wurde ein katholischer Priester bezeichnet, der als Inhaber einer aus Stiftungserträgen finanzierten Pfründe (Benefizium) zum regelmäßigen Zelebrieren der Hl. Messe am frühen Morgen verpflichtet war.
15 Geschichtliches über Eslohe, Seite 138, siehe dazu auch Esloher Forschungen I, Seite 332 Q 416 bezgl. Antrag des Esloher Vikars Franz Henrich Engelhard vom 12.02.1777 in dem er sein Amt mit dem seines alten Oheims (= Onkel) Johan Wilhelm Engelhard, Pastor zu Reiste, tauschen möchte.
16 Esloher Forschungen I, Seite 325 Q 411
17 Die Pfarrkirche in Schönholthausen (Gemeinde Finnentrop) gehört zum Pastoralverbund Frettertal. Die denkmalgeschützte Saalkirche wurde 1732-36 nach einem Entwurf von Johann Jost Schilling erbaut.
18 Johannes Rudolphus Ennst, Primissar in Eslohe 1775 bis 1781, war nicht verwandt mit dem Pastor Enst; er stammte vom Ennst-Hofe bei Meschede. Später wurde er Pastor in Calle (Dornseiffer, Geschichtliches über Eslohe, Seite 133)
19 Esloher Forschungen II, Seite 269
20 Esloher Forschungen I, Seite 324 Q 402
21 Geschichtliches über Eslohe, Seite 126
22 Gewerke oder Gewerker ist ein alter Begriff für Fabrikant
23 Esloher Forschungen III, Seite 427
24 Joh. Dornseiffer: Geschichtliches über Eslohe, Seite 139.
25 Bischof Konrad Martin hatte sein Amt von 1856 bis zu seinem Tode 1879 inne, wurde jedoch 1875 durch die preußische Regierung wegen des Kulturkampfs abgesetzt. Der Paderborner Bischofsstuhl blieb seit dem Tode von Bischof Martin an bis 1882 unbesetzt.
26 Ein Pfarrverweser ist ein Verwalter und wird nach kath. Kirchenrecht vom Bischof bei längerer oder endgültiger Abwesenheit des Pfarrers eingesetzt. Er vertritt diesen in allen Pflichten und hat dieselben Rechte.
27 Aus einem Aufsatz von Werner Neuhaus, Sundern: Verein für Geschichte und Heimatpflege Wickede (Ruhr) e.V., „Information für Heimatfreunde“ Heft Nr. 44, Ausgabe Dezember 2014
28 Anerkennung der Familienstiftung am 19.01.1914 durch den Regierungsbezirk Arnsberg. Sitz der Stiftung: Kath. Pfarramt, Kirchstraße 2, in Eslohe
29 Text der Urkunde vom 27.06.1865 siehe „Historische Urkunden“ Anhang zum Aufsatz
30 Die Grundherrschaft wurde im 19. Jahrhundert durch die sogenannte Bauernbefreiung aufgelöst, was die persönliche Unfreiheit der Bauern beendete. Dies geschah schrittweise in verschiedenen Regionen, maßgeblich durch preußische Reformen wie das Oktoberedikt von 1807 und die Revolutionen von 1848.
31 Dazu die Geschichten über Emigranten aus dem Sauerland auf der Website des Autors „Blanken Haus“ und „Im Sog der Zeit“
32 Text der Urkunde vom 08.11.1886 siehe „Historische Urkunden“ Anhang zum Aufsatz
33 Ein Venerologe ist Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten
34 Die Schlacht an der Somme war eine der blutigsten und verlustreichsten Auseinandersetzungen im Ersten Weltkrieg. Sie fand vom Juli bis November 1916 im Norden Frankreichs in der Nähe des Flusses „Somme“ statt und gilt als Inbegriff der brutalen Materialschlachten dieses Krieges.
35 Das Lehrerinnenzölibat bedeutet ein Heiratsverbot, also ein Verbot für verheiratete Lehrerinnen im Schuldienst zu bleiben. Das hängt mit den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Vorstellungen des 19. Und frühen 20. Jhd. zusammen und war tatsächlich gesetzlich in Deutschland von 1880 bis in die fünfziger Jahre vorgeschrieben. Bei Heirat musste die Lehrerin kündigen oder wurde entlassen.
36 Anton Altbrod, geb. in Wenholthausen am 02.05.1869, wurde zum Priester geweiht am 19.03.1896. Pfarrer Dornseiffer berichtete, dass Anton Altbord zum Kaplanei, also Verwalter- zuerst in der Wewelsburg und am 18.08.1898 in Aplerbeck ernannt wurde. Er schließt mit den lateinischen Worten: „ascende superius“, was der Aufforderung gleichkommt wie „Ersteige einen höheren Ort“! Diesen Ort fand Anton Altbrod wohl als Pfarrer in Oedingen. Das ist aus einer Erzählung aus Schöndelt zu entnehmen, die lautet: „Das barocke Wasserschloss Adolfsburg in Oberhundem, das von Johann Adolf von Fürstenberg um 1670 erbaut wurde, diente ihm als Alters- und Erholungs- bzw. Jagdsitz. Dort hatten sich 1919 deutsche Patres der Missionsgesellschaft von der Hl. Familie aus Grave in Holland niedergelassen und eine Missionsschule mit Internat eröffnet. Die Gläubigen aus dem 100-Seelendorf Schöndelt in der Gemeinde Finnentrop gingen immer zur Sonntagsmesse nach Oedingen. Da der Fußweg von Schöndelt nach Oedingen sehr beschwerlich war, man jedoch in Schöndelt auf die Sonntagmesse nicht verzichten konnte, war das Ansinnen der Bewohner, dass neben nur einer Werktagsmesse, die in ihrem kleinen Gotteshaus gelesen wurde, auch die Sonntagsmesse im Dorf abgehalten werde. Deshalb sollten zwei Abgesandte aus Schöndelt bei den Patres in Oberhundem fragen, ob das Haus wohl an den Sonntagen einen Pater freistellen wolle, der in Schöndelt die hl. Messe feiern könne. Der Leiter der Patres sagte zu, jedoch unter dem Vorbehalt, dass der zuständige Pfarrer es erlaube. Pfarrer Anton Altbrod in Oedingen, der darum gebeten wurde, die Erlaubnis zunächst für den Winter zu geben, gab sie sofort für das ganze Jahr, und von sich aus für die ganze Zukunft. So konnte schon am 25. Januar 1920 Pater Josef Ahlers das erste Hochamt in der Schöndelter Kapelle feiern. Pfarrer Anton Altbrod war gebürtig vom „LüntenHof“ in Wenholthausen. Er erblickte dort am 2. Mai 1869 das Licht der Welt. Die Eltern waren der Ackerwirt Joseph Altbrod und seine Ehefrau Theresia, geborene Fisch, die am 29. Oktober 1859 den Bund der Ehe geschlossen hatten. Der Pfarrer Anton Altbrod starb am 28.09.1932.
37 Esloher Forschungen II Seiten 482/483
