Hintergrund: Die Stadt Meschede auf einem Gemälde um 1800.
In dieser Rubrik auf meiner Website sind die Ergebnisse meiner Recherchen zusammengetragen, die ich teils zufällig, teils auftragsgemäß über die Geschichte einiger Höfe in unserer Gegend angestellt habe. Man wird feststellen, dass diese oft auch miteinander verwoben sind, sei es durch verwandtschaftliche oder wirtschaftliche Verbindungen. Alle gemeinsam haben Zeiten durchlebt von Unfreiheit, Krieg, Hungersnöten, Niedergang und Aufbau und oft dramatischen menschlichen Schicksalen. Landwirtschaft auf kargen Böden und bei oft schwierigen klimatischen Bedingungen zu betreiben, forderte unsere Vorfahren. So wurden sie hart und von robuster Natur, typische Sauerländer mit Kanten und Ecken - dennoch ein liebenswürdiges Bergvolk, deren Geschichte es sich lohnt zu erforschen. Ich lade zu einer Reise in die Vergangenheit ein. Erlebe die Geschichte der Höfe und begreife die oft harten Schicksale und Lebensbedingungen der bäuerlichen Familien.
Dieses Foto zeigt beispielhaft einen lebendigen Ausschnitt des bäuerlichen Alltags im Sauerland. Es ist der Peitz-Hof in Ebinghof. Im Mittelpunkt des Hofensembles steht das massive Wohngebäude mit weiß verputzter Fassade und charakteristischem Fachwerkgiebel. Es ist ein herrschaftliches Haus, gebaut im Stil des ausgehenden 19. Jahrhunderts und lässt erahnen, dass ihre Besitzer Eigentümer eines stattlichen Grundbesitzes sind. Seitlich rahmen langgestreckte Wirtschaftsgebäude, Stall, Scheune und Remise mit Fachwerk, den gepflasterten Hofraum ein. Die dunklen Holzbalken bilden einen starken Kontrast zu den hellen Gefachen. Noch bis in das späte 19. Jahrhundert bedeckte Stroh das Dach dieser Bauten. Nun sind sie mit dem sauerländischen Schiefer gedeckt, grau und über viele Jahrzehnte der Witterung trotzend. So kennen wir unsere historischen Höfe im kurkölnischen Sauerland.
Auf dem Peitz-Hof herrscht geschäftiges Treiben: Eine größere Schafherde wird vom Hirten begleitet. Frauen und Männer, Mägde und Knechte, vielleicht auch die Hausherren, haben sich auf dem Hof eingefunden. Zwei Pferde, vor einen Wagen an der offenen Wagenremise gespannt, warten auf den Ruf des Kutschers.
Im Hintergrund schließen Bäume und leichte Hanglagen den Hofraum ab und geben dem Bild eine ruhige, ländliche Atmosphäre. Der Fotograf vermittelte mit seiner Aufnahme einen anschaulichen Eindruck vom Arbeits- und Lebensumfeld eines westfälischen Bauernhofes in der Zeit um 1920. (SW-Foto optimiert und koloriert)
