Achtet das tägliche Brot!


Der folgende Hinweis erschien im Oktober 1911 in der Mescheder Zeitung. Der Verfasser dieses eindringlichen Textes mahnt damit vor über einhundert Jahren die Wertschätzung der Nahrungsmittel an. Dabei war in damaliger Zeit kein Überfluss vorhanden, auch nicht in Jahren guter Ernte. Die Industrialisierung des Landes führte zu einem Anstieg der Bevölkerung. Dem steigenden Bedarf an Lebensmittel konnte die heimische Landwirtschaft nicht nachkommen, denn vielerorts wurden noch die althergebrachten Anbaumethoden angewendet. Lebensmittel waren deshalb, besonders in den Städten knapp und deshalb teuer. Damals wurden Nahrungsmittel schon der vorhandenen Not geschuldet wertgeschätzt, denn ein Übermaß, wie wir es heute kennen, gab es nicht.

 

 

Dennoch gilt auch heute: „Achtet das tägliche Brot!“

 

 

 

Die Verschwendung an Lebensmitteln hat in Deutschland schockierende Ausmaße angenommen: Über 10 Millionen Tonnen Lebensmittelabfälle entstehen hierzulande jährlich und belasten die Ressourcen und das Klima!

 

 

An der Reduzierung dieser gewaltigen Verschwendung sollten sich nicht nur der Lebensmittelhandel, auch jeder Verbraucher beteiligen. Das schont die Umwelt und das eigene Portmonee. Dabei darf man auch nicht vergessen: Es mehrt sich die Zahl von Mitbürgern, die nicht jeden Tag eine warme Mahlzeit genießen und oftmals mit hungrigem Magen ins Bett gehen. Viele Menschen im allzu reichen Deutschland heutiger Tage wissen nicht mehr, wie sie mit ihren bescheidenen finanziellen Mitteln die steigenden Kosten für ihre Grundnahrungsmittel bezahlen können. Die Tafeln, die überall in unserem Land sich einsetzen, Lebensmittel vor dem Verderben zu retten und es an bedürftige Menschen zu verteilen, klagen zunehmend über das Missverhältnis zwischen der wachsenden Zahl an Bedürftigen und dem Angebot an Lebensmittel, die vor dem Verfall gerettet werden können. Diese ehrenamtlich geführten, meist privat organisierten Tafeln haben eine Unterstützung auch durch Geldmittel aus staatlicher und privater Hand dringend nötig. Seit kurzem besteht der „Pakt gegen Lebensmittelverschwendung“, initiiert durch das Ministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMEL). Es wird zum Handeln aufgerufen, um der Verschwendung der Lebensmittel-Ressourcen entgegenzutreten. Es liegt aber an jedem Verbraucher selbst, diesem Mangel an Wertschätzung entgegenzutreten. Die Situation ist schon längst nicht mehr akzeptabel und hinnehmbar. 

 

Siehe auch zum Thema die Seite des BMEL.

Themenbezogenes, KI generiertes Bild
Themenbezogenes, KI generiertes Bild